Wenn selbst Jolie und Pitt ihr Haus nicht loswerden

Auch Glamour schützt nicht vor Komplexität: Als Angelina Jolie und Brad Pitt sich trennten, wurde ihr gemeinsames Anwesen in Südfrankreich zum jahrelangen Streitpunkt. Das Beispiel zeigt – selbst bei Prominenten wird die gemeinsame Immobilie schnell zur emotionalen und finanziellen Herausforderung.

Und das betrifft nicht nur Einzelfälle. In Deutschland wurden laut Statistischem Bundesamt im Jahr 2023 rund 121 Milliarden Euro an Vermögen vererbt und übertragen – ein großer Teil davon in Form von Immobilien (destatis.de). Auch bei Scheidungen spielt das Thema eine zentrale Rolle: Laut FamRZ, der Zeitschrift für das gesamte Familienrecht, gehören Immobilienwerte zu den häufigsten Streitpunkten in Trennungsverfahren (famrz.de).

Natürlich geht es im Alltag nicht um Millionen – aber um Werte, die für das eigene Leben eine enorme Rolle spielen: das Zuhause, die Absicherung, ein Stück Vergangenheit. Und genau deshalb ist die richtige Herangehensweise so wichtig.

Warum das Zuhause
in der Scheidung zur zentralen Frage wird

Ein Haus verändert seine Bedeutung, sobald eine Beziehung endet. Räume, die einmal für Gemeinsamkeit standen, werden plötzlich zu Entscheidungen über Alltag, Zukunft und finanzielle Belastbarkeit. Vielleicht stellen Sie sich gerade selbst Fragen wie: Kann ich hier bleiben? Ist das überhaupt tragbar? Und was passiert, wenn wir uns nicht einigen?
Genau diese Mischung aus Erinnerungen, Verantwortung und finanziellen Folgen macht das Thema Immobilie in der Scheidung so anspruchsvoll. Und deshalb ist es wichtig, die Lage klar zu sortieren, bevor aus Unsicherheit Konflikte werden.

Ihre Optionen im Überblick – drei Wege, die Klarheit bringen

Es gibt nicht die Lösung für alle Paare. Doch gibt es bei einer Scheidung drei grundlegende Wege, mit einer Immobilie umzugehen. Welcher davon sinnvoll ist, hängt von Lebenssituation, Finanzierung und Zukunftsplänen ab.

  1. Verkauf:
    klare Verhältnisse und ein sauberer Neustart
    Ein Verkauf schafft Liquidität, teilt Werte fair und reduziert Konflikte.
  2. Übernahme:
    einer bleibt, der andere wird ausgezahlt
    Eine neutrale Bewertung bildet die Grundlage für eine faire und tragfähige Lösung.
  3. Übergangsregelung:
    das Haus bleibt zunächst bestehen
    Gerade mit Kindern kann eine befristete Lösung sinnvoll sein.
    Welche Option für Sie tragfähig ist, hängt häufig davon ab, wem die Immobilie gehört und wie sie sich während der Ehe entwickelt hat.

Wenn Eigentum nicht alles entscheidet – was beim Zugewinn wirklich zählt

Viele Paare erleben in der Trennung, dass Eigentum allein nicht immer ausschlaggebend ist. Beim Zugewinnausgleich kann auch dann eine Rolle spielen, welcher Wert während der Ehe entstanden ist – unabhängig davon, wem die Immobilie gehört.

Zum Beispiel: Ein Haus, das vor der Ehe gekauft wurde und im Grundbuch nur einer Person gehört, kann dennoch beim Zugewinn berücksichtigt werden – etwa, wenn sich der Marktwert während der Ehe stark verändert hat, Kredite getilgt wurden oder durch Sanierungen ein Wertzuwachs entstanden ist.

Kurz gesagt: Eigentum bleibt Eigentum – doch der während der Ehe entstandene Vermögenszuwachs kann relevant sein. Wie das im Einzelnen bewertet wird, klären dann Jurist:innen im Zuge des Scheidungsverfahrens.

Kosten,
Unterhalt & Kredit – was jetzt wirklich wichtig ist

Eine Scheidung betrifft nicht nur Gefühle, sondern auch Verpflichtungen, die beide Partner über Jahre gemeinsam getragen haben. Besonders bei einer Immobilie wirken mehrere finanzielle Ebenen gleichzeitig – und sie beeinflussen unmittelbar, welche Lösungen realistisch sind.

  • laufender Kredit: Wer den Vertrag unterschrieben hat, bleibt in der Regel verpflichtet – unabhängig davon, ob man auszieht oder nicht. Eine Entlassung aus der Haftung ist nur mit Zustimmung der Bank möglich – und diese prüft genau, ob die Finanzierung auch einseitig tragbar ist.
  • Unterhaltsfragen: Sie können die finanzielle Belastbarkeit beeinflussen – vor allem, wenn ein:e Partner:in im Haus bleiben möchte und zugleich Unterhalt leistet oder erhält. Hier ist eine ehrliche Bestandsaufnahme hilfreich, bevor über Auszahlung oder Übernahme entschieden wird.
  • Wert der Immobilie: Er kann in gerichtlichen Verfahren Einfluss auf den sogenannten Verfahrenswert haben. Dadurch können zusätzliche Kosten entstehen, die man zu Beginn nicht unbedingt auf dem Schirm hat. Ob und in welchem Ausmaß das in einem konkreten Fall relevant ist, klären dann Jurist:innen.
  • Immobilienbewertung: Oft unterschätzt – sie wirkt sich darauf aus, wie hoch eine Ausgleichszahlung ausfallen könnte, ob ein Kredit neu strukturiert werden kann – und welche Optionen überhaupt in Frage kommen. Eine neutrale, realistische Bewertung bringt hier nicht nur Ordnung in die Zahlen, sondern auch Ruhe in eine Situation, die ohnehin viel abverlangt.

Gerade deshalb ist es so wichtig, die finanziellen Rahmenbedingungen mit einem klaren Blick zu betrachten. Wer versteht, wie Kredit, Unterhalt, Kosten und Bewertung zusammenwirken, kann Entscheidungen treffen, die nicht überraschen – sondern tragen.

Und oft zeigt sich: Je klarer die Zahlen werden, desto deutlicher werden auch die Fragen. Viele ahnen, was auf sie zukommt – aber die Orientierung fehlt noch. Genau dann tauchen immer wieder dieselben Unsicherheiten auf. Und viele davon lassen sich leichter klären, als man denkt.

FAQ –
Die 5 wichtigsten Fragen zur Immobilie bei Scheidung

Bekomme ich das Haus, wenn ich im Grundbuch stehe?
Nicht automatisch. Wer im Grundbuch steht, ist formal Eigentümer:in – doch bei einer Trennung spielen auch Aspekte wie Nutzung, Unterhalt, Kinderinteressen oder Zugewinnausgleich eine Rolle. Was im Einzelfall gilt, entscheiden oft Familiengerichte.

Muss ich meinen Ehepartner auszahlen, wenn ich im Haus bleiben will?
In vielen Fällen ja – vor allem dann, wenn ein Zugewinn entstanden ist oder Nutzungsansprüche bestehen. Die genaue Höhe wird meist durch ein Gutachten und juristische Bewertung ermittelt.

Wer trägt den Kredit nach der Trennung?
Grundsätzlich haften alle, die im Kreditvertrag stehen. Eine Entlassung aus der Haftung ist nur mit Zustimmung der Bank möglich – und hängt von der künftigen Zahlungsfähigkeit ab.

Kann ich im Haus bleiben, obwohl es meinem Partner gehört?
Unter bestimmten Umständen ist das möglich – etwa durch ein befristetes Nutzungsrecht, insbesondere wenn Kinder betroffen sind. Ob und wie lange, hängt vom Einzelfall ab.

Wie viel kostet eine Scheidung mit Immobilie?
Das hängt stark vom Einzelfall ab. Neben Gerichts- und Anwaltskosten können Ausgleichszahlungen, Kosten für ein Wertgutachten, mögliche Vorfälligkeitsentschädigungen oder steuerliche Effekte eine Rolle spielen. Eine individuelle Beratung schafft hier Klarheit.

Eine Scheidung ist komplex. Und die Immobilie darin oft der Punkt, an dem Gefühle, Verantwortung und Zahlen am stärksten aufeinandertreffen. Genau hier sorgen wir dafür, dass Sie nicht im Dickicht aus Emotionen, Rechten und finanziellen Fragen stehen bleiben.
Im ersten Schritt schaffen wir Klarheit über das, was häufig für Unsicherheit sorgt. Dazu gehört, den realistischen Wert Ihrer Immobilie zu bestimmen – nicht geschätzt, sondern nachvollziehbar. Darauf aufbauend besprechen wir gemeinsam, welche Lösungen tatsächlich zu Ihrer Situation passen, und welche Schritte finanziell wie organisatorisch möglich sind.
Wir zeigen auf, welche Konsequenzen verschiedene Wege haben, was tragbar ist und wo Risiken liegen. So gewinnen Sie Sicherheit für Entscheidungen, die sowohl heute als auch langfristig Bestand haben sollen. Unser Ziel ist nie, Sie zu drängen – sondern Ihnen die Orientierung zu geben, die vielen in dieser Phase fehlt. Mit Ruhe, Klarheit und der Erfahrung aus zahlreichen vergleichbaren Situationen.

Ein Schluss, der stärkt – und Ihnen wieder Handlungsspielraum gibt

Wenn eine Beziehung endet und eine Immobilie im Raum steht, fühlt sich vieles gleichzeitig anstrengend, ungeordnet oder einfach zu viel an. Doch genau hier zeigt sich, wie wertvoll es ist, Entscheidungen nicht allein treffen zu müssen. Mit einem klaren Blick auf Werte, Möglichkeiten und Folgen entsteht Stück für Stück wieder Orientierung – und damit das Gefühl, die eigene Situation aktiv gestalten zu können.

Ob Verkauf, Übernahme oder eine Lösung auf Zeit: Wichtig ist, dass der Weg zu Ihrer Lebenssituation passt und sich für Sie stimmig anfühlt – finanziell wie emotional. Wir begleiten Sie dabei mit Ruhe, Erfahrung und dem Wissen, worauf es in solchen Momenten wirklich ankommt.

Wenn Sie Klarheit darüber brauchen, welche Schritte jetzt sinnvoll sind und welche Optionen sich aus Ihrer Immobilie ergeben, nehmen wir uns gerne Zeit für Sie.

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Ein ruhiger Einstieg ist oft der wichtigste Schritt zu einer Lösung, die trägt

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Wenn Sie mehr wissen möchten, Fragen zur eigenen Situation haben oder Orientierung suchen – das Team von Kehrberger Immobilien ist ansprechbar, hört zu und ordnet fachlich ein.

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